Die alten Spuren

22.11. II„Die Alten stehen uns im Weg“ schreibt S. Koch in einem Interview mit den SN. Er spricht über sein Buch „Die Welt, die ihr nicht mehr versteht. Inside digitale Revolution“. Er wolle damit wachrütteln. Denn wenn wir jetzt nicht handeln, käme es zum Crash der Generationen. Ich bin ganz seiner Meinung, aber aus einer vollkommen anderen Perspektive ! Ich bin in der Schule oft überfordert und habe genau dadurch gelernt, auf mich sehr gut aufzupassen. Ich überfordere mich heute selbst nicht mehr ! Schnell sortiere ich mich immer wieder neu, kann – wenn nötig – gelassen Zeiten aussitzen und handle schnell, wenn jemand meine weiten Grenzen missachtet. Innerhalb eines sehr starren Systems reagiere ich – in dem mir vorgegebenen Rahmen – sehr flexibel, wertschätzend und gesund. Überfordert bin ich deshalb, weil in der Schule von offizieller Seite (noch) nicht wirklich Raum und Zeit ist, wertschätzende Kommunikation, respektvolles Miteinander und echte zwischenmenschliche Kooperation fernab vom Leistungsgedanken und Zeitdruck zu lehren. Und dennoch werden WIR immer mehr, die genau das TUN ! Insofern stimmt es, wenn S. Koch meint, es komme zu einem Crash der Generationen, wenn wir nicht handeln. Aber auf Seiten „der Alten“ handle ich eben auch genau so,  „alt und analog“. Ich weiß, dass ganz viele junge Menschen genau dieses Handeln lieben und schätzen gelernt haben. Und ich weiß auch, dass viele von ihnen Ruhe, Liebe und Nähe (meist unbewusst !) vermissen, Werte, die in der „digitalen Revolution“ gerade unterzugehen scheinen. Vielen jungen Menschen geht es heute schlecht ! Wir „Alten“ – unabhängig vom Alter ! – können den Crash verhindern, jeder in seinem kleinen Rahmen. Wir können liebevoll das Fundament immer mehr verstärken, auf dem „die Jungen“ nach jedem (digitalen) Crash wieder von Neuem aufbauen können, um irgendwann IHREN ganz eigenen Weg zu finden. Jedes Mal haben sie dabei von Neuem die Chance, vermeintlich alte Werte mitzunehmen. Es sind Ruhe, Liebe und Nähe, die ALLE Menschen brauchen ! Bis Kinder die Kraft haben, ihre eigenen Spuren im Tiefschnee zu ziehen, soll(t)en sie die Chance haben, sicher in die Tritte der Alten zu steigen, die ihnen einen guten Weg zeigen (frei nach Kanye West). Welche Spuren hinterlässt du? Stehst du im Weg oder zeigst du Wege?

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