Ruhe lassen

Gar nicht so selten helfen wir Menschen am besten, wenn wir sie anregen, neu über sich selbst zu denken. Dabei können wir lernen, auch anders über sie zu denken. Das braucht Zeit. Das bedeutet, dass wir jemanden, dem wir ehrlich helfen wollen, auch in Ruhe lassen müssen. Eine Hilfe ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn der Mensch, dem wir helfen, sehr rasch in die Unabhängigkeit kommt. Wenn Hilfe – egal welcher Art – auf Dauer in eine Abhängigkeit führt, ist es keine Hilfe. Es handelt sich dabei um eine Machtausübung. Oft ist das schwer zu erkennen, wenn wir nicht das große Ganze sehen. Und Menschen verstehen das „in Ruhe lassen“ oft falsch, reagieren mit Ablehnung und fühlen sich allein gelassen. Das ist das Risiko, das wir wohl eingehen müssen, wollen wir wirklich helfen. In Liebe loslassen, damit Lernen möglich ist. Ein Lernen, eigene Wege zu erkennen und zu gehen. Alleine. Denn letztlich reduziert sich alles auf uns selbst. Wenn wir das erkennen, sind wir nie mehr alleine. Und fürchten auch nicht mehr davor, dass uns jemand verlässt. Weil wir selbst in Ruhe sind.

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