Der Lehrer und die Tür

„Teachers open the door. But you must enter by yourself.“ Chinesisches Sprichwort.

Ein guter Lehrer ist streng und sehr achtsam. Er ist einfühlsam und handelt aus klaren Gedanken und tiefstem Herzen. Er übernimmt Verantwortung für sich und sein Tun oder Lassen. Oftmals ist es notwendig einem Schüler die Tür zu öffnen und ihn durchzubegleiten. Manchmal reicht ein Zeigen. Im Lauf des Lebens kommen wir zu mehreren Türen. Manchmal akzeptieren wir eine verschlossene Tür und bleiben. Doch die Türen sind da, solange wir leben. Wir werden sie immer sehen. Mein größter Mentor und Lehrer hat mein Wesen erkannt, als ich selbst noch keinen Zugriff darauf hatte. Die Anweisung war dann ungefähr so wie ich in dieser Metapher beschreibe: „Irgendwo in dieser oder dieser Richtung ist eine Tür. Du wirst sie fast nicht erkennen in der Umgebung. Sie wird mit Brettern vernagelt sein. Vielleicht auch zugemauert. Dahinter ist sie zugesperrt. Der Schlüssel liegt im entfernten Wald unter einem ganz bestimmten Baum begraben. Wenn du sie aufgesperrt hast, wirst du viel Kraft brauchen, sie aufzumachen. Dann findest du weitere Türen vor. Auch diese sind ungefähr so beschaffen. Doch wenn du alles schon bei dieser einen ersten Tür wirklich verstanden hast, ist es ein Leichtes, auch die anderen zu öffnen. „Zwischendurch hatte ich sehr negative Gefühle. Zwischendurch bin ich durch eine alte offene Tür zurückgegangen. Bis ich erkannt habe, dass ich diese Tür finden muss. Dass das ein Auftrag ist. Ich habe mich entschieden. Mit Haut und Haar. Habe alles getan und gelassen, um jeden Tag eine bessere Version meiner selbst zu werden. Und während ich unterwegs war, die Tür und dann den Schlüssel zu finden, hatte ich so unglaublich wertvolle Begegnungen und Inspirationen. Und schier Unmengen Hilfestellungen. Es war so lustig. Ich habe meinen Humor wiederentdeckt. Und meine Leichtigkeit. Den Spaß und die Freude. Und es geht weiter. Es geht immer weiter…Jedem wünsche ich so strenge, achtsame und einfühlsame Lehrer. Und jedem wünsche ich, dass er den Lehrer schnell als diesen erkennt, wenn er erscheint. Und dass er ihn nicht verteufelt und wegschickt. Denn bequem ist das nicht, was er sagt, tut und nicht tut. Übrigens auch nicht für ihn. Ein guter Lehrer hört niemals auf, Schüler zu sein. Steht es irgendwo, dass das Leben bequem zu sein hat? Aber ausgeh’n tut es sich schon. Es geht sich immer alles aus. Mal früher. Mal später.

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