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Das Wesen

Wenn wir das WESEN eines Menschen lieben und wertschätzen, wird uns eine andere Meinung nicht von ihm entfernen. Doch für diese Erkenntnis müssen wir uns auf den Menschen ganz einlassen und lange davor schon auf uns selbst. Das Wesen wird für mich im CHARAKTER und in der HALTUNG sichtbar. Bei so manchen eben erst in einer Krise, einer HERAUSfordernden Zeit. Diese stellt dann wiederum eine gute Chance dar, um Menschen WIRKLICH kennenzulernen. Dann entscheidet oft ohnehin das Leben, wer geht und wer bleibt. Auch ich hatte im Leben schon oft die Erkenntnis „Dieses Wesen (er)kenn ich nicht (mehr)!“ Manchmal war das sogar mein EIGENES. Heute weiß ich, dass das immer gut war. Alles hat seine Zeit und nichts existiert unabhängig. Wesen, die gehen, haben ja so auch die Chance, wieder neue kennenzulernen und WESENtliche Dinge zu verändern. Oder eben auch nicht. Unterschiedliche Meinungen ermöglichen ja überhaupt erst einen Diskurs. In einem Diskurs muss keiner gewinnen, kann keiner recht haben. Er sorgt „nur“ für gegenseitiges WACHSTUM. Ich werde am Du zum Ich. Wir sollten stets aufs Neue reflektieren, wer wir sind. Und wir sollten SEHR WEISE entscheiden, WER wir WERDEN WOLLEN.

Der Räuber und die Kultur

„Cultura cura, die Kultur kultiviert. Wenn eine Kultur als Heiler funktioniert, lernen ihre Bürger, Mißstände zu heilen; sie überbrücken auftauchende Differenzen, sie reparieren eher, als daß sie vernichten, sie sorgen dafür, daß die Menschenwürde aller Familienmitglieder intakt bleibt und daß Minoritäten einsichtsvoll eingegliedert werden. In einer Kultur, die vom Räuber regiert wird, kann weder etwas Neues geboren werden, noch kann das Alte sterben, denn die Psyche der Bürger wird von Angst und Mißtrauen gelähmt.“ Clarissa Pinkola Estés, Die Wolfsfrau. Anstatt den Räuber im Außen zu suchen, ihn in uns zu verneinen oder vor ihm zu fliehen, sollten wir uns ihm stellen. Wir dürfen keine Gedanken erlauben, die uns von unserem Ursprung abschneiden und schon gar keine, die unser Selbstwertgefühl mindern oder es im Keim ersticken. Wenn also der Räuber in uns sagt: „Du bringst aber auch nichts, was du anfängst, zu Ende.“, so müssen wir ihm entgegenhalten: „Die Wahrheit ist, daß ich alle möglichen Dinge zur Vollendung bringe.“ Sobald wir verstanden haben, dass nur wir es sind, die dem Räuber in uns immer wieder mit Energie beliefern, können wir das ändern. Wir können dann ganz bewusst unsere Mitwirkung kündigen. Dann kann er sein Spiel nicht mehr treiben. Er ist dann dennoch da. Doch wir sind nun in der Lage, seine Dienste konstruktiv zu nutzen und seine Fähigkeiten für uns einzusetzen, wenn wir sie brauchen. Oftmals ist eine „räuberische Distanziertheit“ von großem Nutzen. Wir können Geschehnisse aus einer sicheren Entfernung im Stillen betrachten, analysieren und glasklar die Hintergründe und Absichten durchschauen. Und wenn wir das beharrlich immer wieder üben, dann können uns Räuber im Außen nicht mehr in unseren Grundfesten erschüttern.

Was immer auch kommt

Vergleichen wir den Querschnitt eines Baumstammes mit einem menschlichen Fingerabdruck, können wir Ähnlichkeiten nicht verleugnen. Und ohne zu unserer wahren Natur zurückzukehren, kommen wir aus vielen Nummern, in die wir uns leidvoll verstrickt haben, nicht mehr raus. Was macht also ein Baum im Unwetter. Er bleibt flexibel. Schwankt meterweit aus seiner Mitte, um nicht zu brechen. Er nutzt jede Gelegenheit, um mit seinen Wurzeln zum Wasser und mit seinen Ästen zur Sonne zu wachsen. Er steckt seine Energie jedes Jahr aufs Neue in Wachstum und Verbreitung. Er hat keine Angst, abzufrieren, zu verdorren oder befallen zu werden. Bäume, die über ihre Wurzeln vernetzt sind, helfen sich bei Bedarf mit Wasser und Nährstoffen aus. Gleichsam sollten wir ganz bewusst und liebevoll auf gute zwischenmenschliche Beziehungen und unsere Basis achten. Auf unsere Natur hören. Unserem Gefühl vertrauen. Unseren Intellekt weise einsetzen. Unseren Humor, unsere Kreativität und Flexibilität nie verlieren. Was immer auch kommt.

Eine Frage der Perspektive

Nichts ist wohl für ein achtsames Leben so sehr von Bedeutung, wie die Fähigkeit, die Perspektive wechseln zu können. Je schneller und unaufgeregter, umso besser für das eigene Seelenheil und das Seelenheil anderer. Nichts schützt so sehr davor, andere zu verurteilen oder selbst in eine negative Energie zu verfallen. Die Dinge sind meist nicht so, wie sie scheinen. Sehr oft haben wirkliche Situationen gar nichts mit unseren Vorstellungen, Mutmaßungen, Ängsten und Sorgen zu tun. Mit etwas Übung, Gelassenheit, Kreativität und mit einer großen Portion Beharrlichkeit und Liebe kann dies gut gelingen. Es kann gelingen, die Perspektive zu wechseln. Und davon gibt es viele. Wenn wir die Dinge sehen, wie sie wirklich sind, ist es nicht mehr notwendig, in Angst und Panik, Hass, Wut und Bitterkeit zu verfallen. Nicht einmal in maßlos übertriebene Freude. „Alles, was uns das Leben schenkt, ist gut, wenn wir die Gelegenheit ergreifen und etwas aus ihr machen.“ David Steindl-Rast

Und eine Grundlage, dass wir diese Gelegenheit ergreifen können, ist es, die Dinge von vielen verschiedenen Seiten zu betrachten.

Viel Freude beim Üben.

Viel Spaß beim Leben.

Beharrliche Engel

Jeder Mensch kennt sie wohl. Viele sind sich ob ihrer Existenz wahrscheinlich gar nicht bewusst. Doch es gibt sie! Diese beharrlichen Engel, die uns auch mit zerrissenen Flügeln durch dunkle Zeiten getragen haben oder es jetzt vielleicht gerade tun. Doch darum geht es gerade in Zeiten, in denen wir freiwillig dunklen Mächten so unglaublich viel unserer Aufmerksamkeit schenken. Es geht um das Bewusstwerden. Wir haben viel mehr Macht, als wir glauben. Wir entscheiden, welche Medien wir konsumieren und wie lange. Wir entscheiden, was wir kaufen. Wir entscheiden, was wir essen und woher es stammt. Wir entscheiden, was wir mit unserem Körper machen. Wir entscheiden, welche Beziehungen wir eingehen. Wir entscheiden, ob wir unsere Arbeit lieben. Wie entscheiden, ob wir unseren Job auch machen würden, wenn wir kein Geld dafür bekämen. Wir entscheiden, ob wir die Arbeit auch machen würden, wenn wir denselben Lohn ohne Bedingungen bekommen würden. Wir entscheiden, wie wir mit allen Menschen umgehen. Wir entscheiden, wie wir mit Tieren und Pflanzen umgehen. Wir entscheiden, was wir aus unserer Umwelt machen. Wir entscheiden, ob wir unsere Schwingung hoch halten wollen und auch alles dafür tun. Wir entscheiden, ob wir uns unsere Freiheit nehmen lassen. Wir entscheiden… Wahre Freiheit existiert immer nur im Geiste. Erst dann kann sie auch im Außen sichtbar werden. Wenn wir sie im Geiste manifestiert haben. Erst dann können wir andere ermutigen aus ihren bequem gewordenen Opferrollen rauszukommen. Wenn sie wollen. Nur wenn sie wollen. Denn es ist kein einfacher Weg. Es ist kein einfacher Weg raus, um selbst zu so einem Engel zu werden. Ein Engel kann sogar mit zerrissenen Flügeln jemanden tragen, der das von Herzen auch will. Der sich nicht dagegen wehrt. Alles andere ist verlorene Energie. Wir sollten an all die Engel denken, die uns nicht fallen gelassen haben. Die uns nicht aufgegeben haben. Wir sollten uns ihrer ganz bewusst werden und selbst zu so einem Engel werden. Diese Welt braucht jede Menge davon. Sie braucht viele beharrliche Engel. Viel mehr. Viel mehr.

Geburtstag

Etliche Monate vor diesem Tag gibt es immer eine Vereinigung. Biologisch gesehen eine Vereinigung zwischen einem Spermium und einer Eizelle. Zwei klitzekleine Zellen mit nur der Hälfte der menschlichen Erbsubstanz verschmelzen regelrecht. Doch schon bevor das passiert, tut sich was. Schon bevor die Gene sich treffen, beginnt die Entwicklung. Auf wundersame Weise. Keine weltliche Wissenschaft wird dies je erklären können. Weil das ganze Universum dabei mithilft. Wir sind aus einem ganz bestimmten Grund hier auf der Erde. Jeder einzelne von uns. Wir sind aus einem ganz bestimmten Grund wie wir sind. Wir werden aus einem ganz bestimmten Grund zu dem Menschen, für den wir uns entscheiden. Ja! Wir entscheiden uns! Wir sind nicht Opfer. Wir sind nicht Opfer unserer Geschichte. Wir sind die Gestalter! Das erfordert Bewusstsein. Das erfordert Mut. Das erfordert Tun. Das erfordert Beharrlichkeit und Geduld. Das erfordert Dankbarkeit und Demut. Und eine riesige Portion Liebe. Das sind große Anforderungen. Und nicht jeder schafft all das in seinem Leben aufzubringen. Doch! Nichts existiert unabhängig! Es ist nie zu spät, der zu sein, der wir hätten sein können, der wir hätten werden können. Manchmal braucht ein Mensch nur einfach mehrere Leben dafür. Darum ist es ja so wichtig, dass wir es zumindest versuchen. Dass wir versuchen, zu gestalten. Dass wir ganz beharrlich dabei bleiben. Auch wenn wir am Ende vielleicht dabei scheitern. „Wenn du lebst, was in dir ist, wird dich das, was in dir ist, schützen. Wenn du nicht lebst, was in dir ist, wir dich das, was in dir ist, vernichten.“ Rabbi Nachmann. Und da Beharrlichkeit gleich nach Wertschätzung mein 3. selbstgewählter Vorname ist, habe ich beschlossen, das, WAS IN MIR IST, ZU L(I)EBEN. Mit jedem Geburtstag mehr.

Was beschließt du für dich und dein Leben?

Vom fremden und eigenen Wert

„Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen, muss man eigenen haben.“ Arthur Schopenhauer

Würden nur viele Menschen darüber nachdenken! Würden nur viel mehr Menschen sich Gedanken über diese Aussage machen! Mein Wert war mir sehr lange in meinem Leben nicht bewusst. Es war nicht viel zu lange. Bei weitem nicht. Es war ganz einfach so. Es war. Es war notwendig. NOT-wendig. Keine Minute möchte ich missen. Denn jede Zeit war eine Lehre für mich. Ich selbst habe anderen Menschen Macht über mich gegeben. Mehr oder weniger. Sie hatten sie nicht von sich aus. Ich habe sie ihnen verliehen. Wenn wir Dinge nicht erkennen wollen, wenn wir uns weigern, unsere Aufgaben zu erledigen, dann werden sie uns wie von Zauberhand immer wieder gestellt. Gebetsmühlenartig. Auf die unterschiedlichsten Weisen kommen dieselben Themen immer wieder. Immer wieder stehen wir vor denselben Herausforderungen. Oft braucht es Inputs von außen, um das zu erkennen. Um zu erkennen, dass schöne Ausreden irgendwann ihren Sinn verlieren. Es hilft nichts, Menschen zu idealisieren, die (noch) nicht ehrlich zu sich selbst sein können. Aus welchen Gründen auch immer. Oft braucht es Menschen, die sagen: „Lass es gut sein!“ Lass es gut sein. Welch Kraft diese Aussage hat. Es liegt in der Macht eines jeden Menschen, es gut sein zu lassen. Es liegt ganz allein bei dir, es gut sein zu lassen. Sei dir deines Wertes bewusst, mit dem du ganz allein geboren wurdest. Mit deinem Wert gibt es nur dich. Ganz egal, wo deine Begabungen liegen, du hast die einmalige Chance, sie zu entfalten und zu leben. Und wenn du dir dessen wirklich bewusst bist, erkennst du auch den Wert anderer Menschen an. Du hast es nicht NOT-wendig, jemanden in die Schranken zu weisen oder gar zu überzeugen. Und das wichtigste an der ganzen Sache ist, das zu verstehen: Wenn du dich von jemandem aufgrund deiner Meinungen ständig kritisiert und abgewertet, dich klein und unverstanden fühlst – ganz unabhängig vom Thema – dann hat der Mensch, der dir gegenüber steht, seinen eigenen Wert noch nicht erkannt. Doch! Wenn du ihn gegen seinen eigenen Erwartungen nicht abwertest, ihn wertschätzt, respektierst und achtest, dann … genau dann hat er eine reelle Chance, seinen eigenen Wert zu erkennen. Und jedes Mal, wenn ein Mensch seinen Wert erkennt und den Wert eines anderen ehrlich respektiert, dann wird es ein wenig heller auf dieser Welt. Dann kommt ein wenig mehr Liebe auf diese Welt. Dann unterscheiden wir nicht mehr zwischen „eigen“ und „fremd“. Dann erkennen wir den Wert. Den Wert des Lebens. Das Leben ist es wert, gelebt und bedingungslos geliebt zu werden. Jeden Tag.

In Demut, Dankbarkeit und Liebe. Petra

Eine gute Lebensregel

„Eine gute Lebensregel ist, sich zu sagen: „Was von selbst kommt, das möge kommen.““ Paramahansa Yogananda. Diese Einstellung nimmt sehr viel Druck aus meinem Leben. Dieser Einstellung ging viel Leid und intensive teils schmerzvolle Arbeit voraus. Ich verschiebe meine Grenzen keinen Zentimeter wenn es um vorsätzlich herbeigeführte Ungerechtigkeiten – ganz besonders gegen junge Menschen – geht. Da gilt meine Regel: Wenn es machbar ist, werde ich es tun. Wenn es unmöglich ist, dann werde ich es auch tun. Es wird dann vielleicht nur ein bisschen länger dauern. Ich weiß, dass ich immer etwas tun kann. Auch wenn es nur darum geht, meine Einstellung zu ändern. Wenn ich im Tun bleibe, wenn ich weiß, dass es immer Möglichkeiten für mich zum Handeln und Reagieren gibt, komme ich nie aus Furcht vor meiner Angst in eine ungesunde Schockstarre. Andere Grenzen von mir sind sehr flexibel. Ich kann entscheiden, wohin ich sie für wen, wann und wo verschiebe. „Was von selbst kommt, das möge kommen.“ Denn: Wir können nicht das ändern, was von selbst kommt. Ändern können wir aber sehr wohl unsere Sicht auf die Dinge. Mit der Zeit. Wenn wir wollen. Aus Liebe zum Leben.

Was sind deine Lebensregeln? Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht?

Ruhe lassen

Gar nicht so selten helfen wir Menschen am besten, wenn wir sie anregen, neu über sich selbst zu denken. Dabei können wir lernen, auch anders über sie zu denken. Das braucht Zeit. Das bedeutet, dass wir jemanden, dem wir ehrlich helfen wollen, auch in Ruhe lassen müssen. Eine Hilfe ist nur dann wirklich nachhaltig, wenn der Mensch, dem wir helfen, sehr rasch in die Unabhängigkeit kommt. Wenn Hilfe – egal welcher Art – auf Dauer in eine Abhängigkeit führt, ist es keine Hilfe. Es handelt sich dabei um eine Machtausübung. Oft ist das schwer zu erkennen, wenn wir nicht das große Ganze sehen. Und Menschen verstehen das „in Ruhe lassen“ oft falsch, reagieren mit Ablehnung und fühlen sich allein gelassen. Das ist das Risiko, das wir wohl eingehen müssen, wollen wir wirklich helfen. In Liebe loslassen, damit Lernen möglich ist. Ein Lernen, eigene Wege zu erkennen und zu gehen. Alleine. Denn letztlich reduziert sich alles auf uns selbst. Wenn wir das erkennen, sind wir nie mehr alleine. Und fürchten auch nicht mehr davor, dass uns jemand verlässt. Weil wir selbst in Ruhe sind.

Eine größere Welt

Es gibt sie. Die Menschen, die Zugang zu ihr haben. Zu einer größeren Welt. Es sind wohl mehr als wir glauben, wenn wir darüber nachdenken. Viele von uns spüren genau, dass etwas in unserer Umgebung oder in uns nicht stimmt. Obwohl alles in bester Ordnung zu sein scheint. Viele von uns kommunizieren mit Menschen, die schon lange nicht mehr in unserem Leben sind oder es vielleicht niemals waren. Dabei haben wir ganz deutliche Bilder im Kopf und verspüren intensive Gefühle im Körper. Gefühle der Nähe, der Geborgenheit. Und wieder ist es die Angst, die uns hindert, durch diese Tür zu gehen. Durch die Tür zur größeren Welt. Selbst wenn sie direkt vor uns sperrangelweit offen steht und alles uns einlädt, hindurchzugehen. Weil es den meisten von uns abgewöhnt wurde, auf unser Gefühl zu vertrauen. Ein Gefühl der Verbundenheit, das wir – wie ich glaube – alle als kleines Kind noch hatten. Wir wurden (unbewusst) abgetrennt. Abgetrennt und mehr und mehr in Abhängigkeiten gedrängt. Abhängigkeiten, die wir meist gar nicht wahrnehmen, geschweige denn wahr haben wollen. Erst wenn wir (wieder) erkennen, dass es diese größere Welt in uns gibt, können wir selbst heil werden und dieses Heil in die Welt bringen. Die Welt hat es dringend notwendig.

Hast du schon einmal gespürt, dass es mehr gibt als alles, was vor deinen Augen ist? Hört du gut auf deine Gefühle? Lässt du sie dir ausreden? Bestätigst du Menschen, dass sie ihrem Gefühl trauen sollen? Gibt es sie für dich…diese größere Welt?

In Liebe und Dankbarkeit Petra