Mag kommen, was da will

„…es gibt nur zwei Dinge, die wichtig sind im Leben:

Das Eine, das du getan hast und das du bereust. Und das du nicht ungeschehen machen kannst.

Und dann das Andere, das du nicht getan hast, aber hättest tun sollen. Das du ebenso bereust. Aber dafür ist es jetzt zu spät.

Leicht zu sagen, dass diese Dinge unwichtig sind, weil sie vorbei sind. Aber sie sind es. Sie allein sind wichtig. Alles dazwischen ist überhaupt nicht wichtig…“

Filmzitat aus: Return to Montauk, Volker Schlöndorff, 2017

Alles dazwischen ist sehr wohl wichtig. Alles dazwischen ist Raum für Veränderung. Raum für Lernen. Dazwischen ist Zeit, immer wieder einmal die Arme zu verschränken und das Bewusstsein einzuschalten, um nachzudenken und bis in die letzte Zelle zu fühlen. Wenn wir es schaffen, aus diesen „zwei Dingen“ viel zu lernen, dann ist es Zeit, die Arme zu öffnen für das Leben. Um etwas bewusst ganz zu tun oder zu lassen, egal, was später daraus wird. Selbst dann, wenn unser Verhalten für andere komplett widersinnig und unverständlich erscheinen mag. Unser Leben können wir nur selbst leben. Niemand anderer kann das für uns tun.

Und wie ist das mit der Reue? Oder der Schuld? Beide wollen uns oft den gegenwärtigen Moment stehlen. Doch alles was vorbei ist, ist vorbei. Unwiederbringlich geborgen in unserer Vergangenheit. Das Gute, das uns mit Freude erfüllt, und das weniger Gute, das uns Schuldgedanken oder Opfergefühle beschert. Wenn wir JETZT bewusst(er) denken, fühlen und handeln und glücklich(er) leben, haben wir in Zukunft eine glückliche(re) Vergangenheit. Wenn wir „glauben und mutiges Vertrauen ins Leben“ haben, dann ist Folgendes ohnehin für uns sonnenklar: „unsere Früchte nicht nach den Knospen zu berechnen“. Und: „Mir wird nichts mangeln. Mag kommen, was da will.“

Nicht jeder Same fällt auf fruchtbaren Boden.

Dennoch ist er da.

Jeder einzelne Same hat ein Potenzial.

Alles im Leben ist wichtig.

Der Sinn des Lebens ist das Leben selbst.

Mit all seinen Facetten.

Zu Beginn.

Am Ende.

Und dazwischen.

Immer weiter.

Immer weiter.

Inspiration: Bruder David Steindl Rast, C.H. Spurgeon, Tobias Hermeling

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