Sommer in Skiathos, Gedanken Tag 7:
Ein junges Paar kam zu einem alten Medizinmann der Sioux-Indianer und bat um einen Talisman, der ihnen garantieren sollte, dass ihre Liebe niemals endet und sie für immer zusammenbleiben. Der Medizinmann schickte sie weg. Die Frau sollte mit bloßen Händen den schönsten und stärksten Falken unverletzt einfangen, der Mann den wildesten aller Adler. Mit beiden Vögeln kamen sie wieder zu ihm zurück. Als nächstes bat er sie, die beiden starken Vögel mit Lederschnüren an den Füßen zusammenzubinden, sie frei zu geben und fliegen zu lassen. Auch nach unzähligen Versuchen erhoben sie sich nicht in die Lüfte, flatterten hilflos am Boden, begannen aufeinander einzuhacken und sich gegenseitig zu verletzen. „Das ist der Talisman. Vergesst nie, was ihr soeben gesehen habt.“, sagte der weise Medizinmann. Und weiter: „Wenn ihr wollt, dass die Liebe zwischen euch bleibt, dann fliegt gemeinsam, aber niemals in Fesseln.“ aus: Das Buch der Begegnung, Jorge Bucay
Es gibt einen Menschen, der immer ganz bei uns sein sollte. Und das sind wir selbst. Wir sollten – immer wieder – in unsere Balance kommen, um in uns selbst ruhen. Wir können unseren Weg mit anderen teilen, ohne dass wir uns oder andere deshalb aufgeben. Bucay schreibt provokant: „Wenn ich nicht in mir selbst ruhe, ist es, als würde ich nicht existieren. Und wenn ich nicht existiere, wie sollte ich dir begegnen?“

