Wenn wir keine Angst haben, brauchen wir auch keinen Mut. Bis dahin ist es aber mitunter ein langer Weg. Aus evolutionsbiologischer Sicht gibt es nur zwei angeborene Ängste: die Angst vor großer Höhe und die Angst vor großer Lautstärke. Alle anderen Ängste haben wir erlernt und von anderen übernommen. Die allermeisten davon sind sehr diffus und in Sorgen verpackt. „Die Sorge ist die Mutter der Angst.“, sagt William Walker Atkinson. Wir Menschen sorgen uns gerne. Sorgen lassen uns nicht schlafen. Sorgen trüben Beziehungen. Sorgen dominieren Gespräche. Sorgen halten uns in destruktiven Situationen fest. Dabei treffen über 90% unserer Sorgen ohnehin nie ein. Also brauchen wir Mut. Mut, uns unseren Sorgen zu stellen – mit klarem, geordneten und reflektierten Verstand. Wenn die Sorge die Mutter der Angst ist, dann entziehen wir mit dieser inneren Arbeit unseren diffusen Ängsten den Nährboden und erleben ein Gefühl der Befreiung.

