Boote kommen und gehen

„Ein Mann sitzt in seinem Boot, als er ein anderes auf ihn zukommen sieht. Er wird nervös. Das Boot kommt immer näher. Er ruft und bemerkt dabei, das Boot ist führerlos. Er kann einen Zusammenstoß nicht vermeiden. Sein Boot nimmt einen Schaden. Er ist erstaunt, bindet das 2. Boot fest und bringt es zum Ufer.“

„Ein Mann sitzt in seinem Boot, als er ein anderes auf ihn zukommen sieht. Er wird nervös. Das Boot kommt näher. Er ruft. Der Mann auf dem anderen Boot reagiert nicht. Schläft er? Ist er betrunken? Macht er das absichtlich? Die Boote stoßen zusammen. Der Schaden ist genau der gleiche wie in der oberen Geschichte. Immer noch reagiert der Mann auf dem 2. Boot nicht. Der Mann auf dem 1. Boot ärgert sich maßlos, schimpft und flucht. Das 2. Boot fährt weiter.“

Boote kommen und gehen. Führerlos, manövrierunfähig oder gezielt gesteuert. Das ist Leben. wie in diesen Geschichten aus dem Zen. Alles fließt. Was wir tun können: unser eigenes Boot leer und leicht machen und es immer besser steuern lernen, um Kollisionen zu vermeiden. Wie auch immer. Es ist gut, wie es ist.

Manche sind stark an den gebrochenen Stellen

„Die Welt bricht jeden und danach sind manche stark an den gebrochenen Stellen.“ Ernest Hemingway, In einem andern Land

Es bleibt für jede und jeden von uns zu reflektieren, wo genau wir (auf-)gebrochen wurden und wo wir genau dadurch stärker geworden sind. Eine meiner größten Erkenntnisse ist, dass die Menschen nicht alles gegen mich getan haben oder tun. Dass ich ihnen durch mein Verhalten (zufällig) einen Spiegel vorgehalten habe, in den sie (noch) nicht sehen wollten oder konnten. Selbstreflexion ist nicht einfach. Alles hat eben seine Zeit. „Menschen machen die Dinge, die sie tun, für (gegen) sich. Jeder hat recht in seinem eigenen Angst- und Denksystem.“ Jens Corssen

Aus meinem Denksystem heraus verhalten sie sich vielleicht ungünstig. Doch das ist ganz allein meine Wirklichkeit und mein Problem. Ich kann bewusst entscheiden, wie ich agiere. Wir alle stehen immer an verschiedenen Punkten. Entwickeln und verwandeln uns in unserem eigenen Tempo. Auf unsere eigene Weise.

Am Ende des Weges

Am Ende des Weges. „Menschen wollen nicht glücklich sein. Sie wollen einen Grund zum Glücklichsein.“ Viktor Frankl. Haben wir diesen Grund (gefunden), können wir selbstbestimmt(er) leben. Wir wissen, es gibt Höhen und Tiefen. Schwierigkeiten, neue Ideen, Schmerzen, Misserfolge, Lösungen, Zeichen, Engel am Weg… Wir wissen, wir können lernen, uns erden und werden letztlich geführt, wenn wir darauf vertrauen wollen. Wir sind niemals allein. Obwohl wir alleine gehen. Knie an Großhirn: „Bist du deppat, jetzt reicht’s aber wirklich bald.“ Großhirn an Knie: „Keine Panik! Mach einfach weiter! Wir sind bald am Ziel. Dann kümmere ich mich noch besser um dich. Denn nach dem Ziel kommt ein neues Ziel.“ Vamos!

Nachhaltige Verwandlung … statt oberflächliche Veränderung

In einer Welt, in der alles aus den Fugen zu geraten scheint, genügen keine oberflächlichen Veränderungen (häufig als Projekt bezeichnet) mehr. In welchen Systemen auch immer.

„Veränderung ist eine Kleinigkeit, die kann man auch wieder zurückführen. Eine Verwandlung ist das, was es braucht, damit die Veränderung in einer neuen Weise integriert werden kann. Dann bleibt sie auch stabil. Wenn ich mich verändere, kann ich mich auch wieder zurück verändern. Wenn ich mich verwandelt habe, komme ich nicht mehr in den Ursprungszustand zurück. Es hat sich zu vieles an diese einmal erfolgte Veränderung in einem Bereich angepasst und dadurch alles verändert.“ Gerald Hüther

Vielleicht nimmst du dir Zeit für ein Interview mit Gerald Hüther:

Verwandlung statt Veränderung – Wie echte (pers. Anm.: Persönlichkeits-)Entwicklung beginnt

Beginne mit: „Wozu mache ich das?“

Kindern und Jugendlichen fehlt im Schulleben immer häufiger die Motivation. Mich wundert das in unserer schnelllebigen, digitalisierten Zeit nicht. Vielleicht ist aber genau die Digitalität ein (wieder) neuer Anlass, dass (immer mehr) Lehrende von rein verstandesmäßigen Bewertungen von Schüler*innen wegkommen. Wenn junge Menschen mit einer empathischen und intuitiven Sichtweise in ihrer Persönlichkeits- und Bewusstseinsentwicklung von Pädagog*innen geduldig und achtsam begleitet und geführt werden, finden sie viel eher ihr WOZU als alleingelassen im Wirrwarr der Onlinewelten. Ein Wozu basiert auf einer inneren Haltung, auf gefestigten inneren Werten. Ein Wozu gibt dem Leben Sinn. Wenn ein Mensch sein Wozu gefunden hat, wird er sich die für dieses Ziel oder diesen Weg notwendigen Informationen besorgen und die dafür nützlichen Fähigkeiten aneignen. Auch wenn das Misserfolge impliziert. Egal was du tust, fang mit der Frage an: „Wozu mache ich das eigentlich?“ Hast du darauf keine Antwort, entscheide dich …“Aber wofür bloß?“ Finde es heraus! Leben heißt lernen.

„Wir können lernen. Oder leiden.“

„…ein klarer bewusster Trainer ist kein neutrales Gegenüber, sondern ein katalytisches Element im Veränderungsprozess…“ von Menschen. Ich freue mich sehr und bin dankbar, dass heute wieder eine Gruppe den Lehrgang „Mental- und Bewusstseinstraining“ erfolgreich abgeschlossen hat. Unsere Welt braucht viel mehr Menschen mit der Bereitschaft zu lernen, einem hohen Bewusstsein und dem Fokus auf das Verbindende und Heilende. „Bewusstseinsarbeit beginnt nicht mit Tools, sondern mit dem (körperlichen und geistigen energetischen) Zustand.“ Das Leben steckt voller Möglichkeiten. Die Welt ist voller Chancen. Jeder Mensch hat das Potenzial, diese wichtige Arbeit zu tun. Jeder Tag ist der beste, um damit anzufangen.

Sei wie ein Löwe

Und wieder hat mich das Lesen der Diplomarbeit einer angehenden Mentaltrainerin dazu inspiriert, diese Gedanken zu teilen:

<<Wir sollten den Verstand meistern, um bewusst zu gestalten, statt von ihm beherrscht zu werden.

Der Verstand ist das Werkzeug, mit dem ich höherwertige Ziele formen kann.

Metapher aus der buddhistischen Weisheitslehre:

„Wenn du deinen Gedanken nachjagst, bist du wie ein Hund, der einem Stock hinterherläuft: Jedes Mal, wenn ein Stock geworfen wird, rennst du hinterher. Stattdessen sei wie ein Löwe, der, anstatt dem Stock nachzujagen, sich dem Werfer zuwendet. Man wirft einem Löwen nur einmal einen Stock.“>>

Immer wenn wir unbewusst und automatisiert einem Gedanken nachjagen, sind wir nicht DA. Dann sitzt oder steht unser Körper ohne Geist einfach so rum. Es ist quasi niemand in uns daheim. Wir kriegen gar nicht mit, was JETZT passiert. So können wir aber auch nicht bewusst auf das reagieren, was gerade in und um uns passiert. Meistens ist das schade, weil wir dadurch im Leben das Leben versäumen.

Wer bist du? Was macht dich aus?

Glaubenssätze sind innere Überzeugungen, die wir im Laufe des Lebens übernommen oder selbstständig kreiert haben. Sie bestimmen, wie wir über uns selbst, über andere und die Welt im Allgemeinen denken und welche Meinungen wir uns bilden. Glaubenssätze wirken in unserem Unterbewusstsein wie ein Motor, der uns – zwar mit niedrigen Touren – unablässig antreibt. Meist kriegen wir gar nichts davon mit. So sind wir Menschen. Tragen die Glaubenssätze zu unserem Erfolg und unserem Wohlbefinden in Beruf und im Alltag bei, kann uns nichts besseres passieren. Ist es nicht so, können wir genau da ansetzen. Glaubenssätze entdecken und überlegen: „Von wem habe ich sie übernommen?“ „Betreffen sie wirklich mich?“ „Welche Glaubenssätze helfen mir im Leben weiter?“

Wirklich?

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Und wenn es eine allgemeingültige Wirklichkeit gibt, können wir sie dennoch unterschiedlich wahrnehmen? Wirklich? Oder schaffen wir mit unserer unterschiedlichen Wahrnehmung und Erfahrung unterschiedliche Wirklichkeiten?

Egal. Das wichtigste zum Finden von Gemeinsamkeiten -egal was wirklich ist- ist Zeit miteinander, Liebe, Spaß und Humor; ein klarer Verstand und die Fähigkeit, sich und andere kritisch zu reflektieren.

Hinter dem Horizont

„Es ist immer etwas hinter dem Horizont.“ José Andrés, Chefkoch.

Besser, wir wehren uns nicht gegen das Leben. Besser, wir nehmen eine offene Haltung ein. Besser, wir bleiben flexibel. Besser, wir kultivieren Freude.

Denn, was immer auch kommt, wir können es nie sicher wissen.

„Das Beste finde ich da, wo meine Komfortzone endet.“ ebd.