Wenn wir keine Angst haben, brauchen wir auch keinen Mut. Bis dahin ist es aber mitunter ein langer Weg. Aus evolutionsbiologischer Sicht gibt es nur zwei angeborene Ängste: die Angst vor großer Höhe und die Angst vor großer Lautstärke. Alle anderen Ängste haben wir erlernt und von anderen übernommen. Die allermeisten davon sind sehr diffus und in Sorgen verpackt. „Die Sorge ist die Mutter der Angst.“, sagt William Walker Atkinson. Wir Menschen sorgen uns gerne. Sorgen lassen uns nicht schlafen. Sorgen trüben Beziehungen. Sorgen dominieren Gespräche. Sorgen halten uns in destruktiven Situationen fest. Dabei treffen über 90% unserer Sorgen ohnehin nie ein. Also brauchen wir Mut. Mut, uns unseren Sorgen zu stellen – mit klarem, geordneten und reflektierten Verstand. Wenn die Sorge die Mutter der Angst ist, dann entziehen wir mit dieser inneren Arbeit unseren diffusen Ängsten den Nährboden und erleben ein Gefühl der Befreiung.
Autor: herzogpetra
Fragen, fragen und nochmals fragen …
„Der Mensch ist lernfähig, aber unbelehrbar.“ Dieser Satz hat mich heute zum Nachdenken gebracht. Passend dazu habe ich ein Zitat von Günter Funke aus 2011 entdeckt: „Es ist unwürdig, einen Menschen immer nur zu belehren. Wer belehrt, fragt nicht mehr. Wenn wir würdevoll miteinander umgehen, dann werden wir uns fragen, fragen, fragen und nochmals fragen und nichts mehr behaupten und wissen. Im Dialog miteinander leben. Lass dich auf den Menschen unmittelbar ein und du wirst wissen, was das mit der Würde zu tun hat.“
Das Leben ist eine Uraufführung
Der Mensch hat immer einen Spielraum. Möge dieser Raum auch noch so klein und das Leben eng sein, es gibt Gestaltungsmöglichkeiten. nach Viktor Frankl
Wenn wir uns an diesen Möglichkeiten orientieren, dann leben wir auf. In einem guten Leben geht es immer wieder auch drunter und drüber. Das ist Leben. Immer mehr Bewusstsein für das eigene Leben zu entwickeln, bedeutet folgendes zu verinnerlichen: „Das Leben ist keine Generalprobe, es ist immer eine Uraufführung.“ Günter Funke
Mein Gewässer…
Viele unserer Denk- und Verhaltensmuster gehen auf Umstände zurück, die wir als Kind erfahren haben. Bewusst oder unbewusst. So manche Stimme, die uns (an)leitet und unsere Gefühle prägt oder färbt, ist gar nicht unsere eigene. Es sind die Stimmen anderer Menschen, die wir im Laufe des Lebens immer mehr zu unserer eigenen machen. Ist unser Leben gut, sind wir erfüllt und fühlen uns wohl, ist alles in Ordnung. Haben wir das Gefühl im Hamsterrad zu laufen, geht es uns nicht gut und sind wir unzufrieden, ist es eine gute Idee, unser Unterbewusstsein zu erforschen und damit die Herkunft unserer Stimmen.
Wozu?
Damit wir Strömungen erzeugen und nutzen, um in Gewässer zu treiben, in denen wir daheim sind.
Woran wir denken …
Wenn uns auffällt, dass etwas in unserem Leben wiederholt schief läuft, ist diese Erkenntnis eine gute Ausgangsbasis für Veränderung und Musterunterbrechung. Wenn wir dann noch herausfinden, wo und wann diese Muster immer wieder in unserer (Familien-)Geschichte vorkamen und sie uns bewusst machen, können wir in die Umsetzung gehen. Wir können Dinge ansprechen, über die „man“ nicht spricht. Wir können Dinge tun, die „man“ nicht tut. Wir können da Nein sagen, wo ein Nein niemals akzeptiert worden ist. Und vor allem können wir lernen, unserer eigenen Weisheit im Herzen zu vertrauen. Menschen, die uns klein machen und uns ihre Muster aufdrücken wollen, sind selbst unsicher und zweifelnd. Warum geben wir uns nicht gegenseitig Sicherheit? Warum unterstützen wir uns nicht? Warum hören wir nicht damit auf, alles besser zu wissen?
Das Leben stellt die Fragen. Es liegt an uns, destruktive Muster zu unterbrechen, klar zu denken und gute Antworten zu geben.
Vom Zuhören
Warum trennen sich so oft unsere Wege, wenn WIR miteinander kommunizieren?
Weil wir VIELE sind!?
„1. Die Person, für die du dich hältst. 2. Die Person, für die du das Gegenüber hältst. 3. Die Person, für die deiner Meinung nach das Gegenüber dich hält. 4. Die Person, für die sich das Gegenüber hält. 5. Die Person, für die dich das Gegenüber hält. 6. Die Person, für die das Gegenüber glaubt, dass du sie hältst.“ aus: Faustregeln, M. Krogerus; R. Tschäppeler
Und dann fehlen noch die Menschen, die wir wirklich sind. Doch diese Menschen lernen sich nur kennen, wenn einer dem anderen zuhört. Wenn wir mehr Fragen stellen und weniger (zu) wissen (glauben).
Dein Fokus…Dein Leben
Es liegt an uns, worauf wir unseren Fokus lenken (wollen)…
„<<Sind die Riffe die Ursache der Ebbe?>>, fragte Frankl spitzbübisch. Klar, dass sie es nicht sind. Sie zeigen sich bloß bei Ebbe. Was bedeutet dies für die Seelenheilkunde? Es bedeutet, dass es sinnlos ist, gemeinsam mit dem Patienten ihre alten „Riffe“ monate- und jahrelang wehmütig zu betrachten; und dass es stattdessen dringend geboten ist, ihnen zu helfen, sämtliche Schleusen zu öffnen, um die „Fluten“ steigen zu lassen: die „Flut“ der Zufriedenheit, die „Flut“ der Dankbarkeit, und allen voran die überquellende „Flut“ der Lebensfreude!“
Quelle: Zeiten der Besinnung-Gleichnisse, Viktor E. Frankl, Elisabeth Lukas
Vom Schicksal…
„Man muss dem Schicksal Gelegenheit geben, in unser Leben einzugreifen und zu entscheiden, was für alle das beste ist.“ Paulo Coelho, Die Hexe von Portobello
Das Wort Schicksal wird häufig negativ wahrgenommen. Es geht auf das lateinische Wort „fatum“ zurück, dass i.w.S. „der Spruch, das Ausgesprochene“ bedeutet. Schicksal ermöglicht uns jedoch Freiheit. „Wenn wir uns dieser Freiheit nicht stellen, droht der dunkle Abgrund der Angst.“ Christoph Schlick, Was meinem Leben echten Sinn gibt
Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Leben passiert. Was hat das jetzt mit Freiheit zu tun? Je mehr wir uns bewusst dem Fluss des Lebens hingeben statt gegen ihn anzukämpfen, umso mehr Kraft, Energie und Ruhe haben wir. Kraft, Energie und Ruhe für die Gestaltung der Situationen, die uns das Schicksal bringt. Und wenn nichts unabhängig voneinander existiert, gibt es auch keinen blanken Zufall, sondern Abfolgen von Ursache und Wirkung innerhalb einer heiligen Ordnung.
Von der Freiheit der Schmetterlinge…
Schmetterlinge lehren uns, dass Wachstum Veränderung braucht. Ihre Freiheit sollte uns dazu inspirieren, unsere eigenen Flügel zu entfalten. Denn so wie Schmetterlinge sind auch wir (nur) flüchtige Wunder der Natur. Wunder, die jedem Betrachter zeigen können, wie schön das Leben ist.
Und auch wenn wir das vielleicht manchmal vergessen: Wir fliegen niemals allein. Was immer auch kommt.
Vom Netzwerkbauen…
„Nenne es Clan, nenne es Netzwerk, nenne es Stamm, nenne es Familie: Wie auch immer du es nennst, wer immer du bist, du brauchst eines davon.“ Jane Howard, Families
Ob dieses Netzwerk auch trägt, erfahren wir erst, wenn es so richtig wackelig wird. Dabei verändern wir uns selbst und werden durch das Leben verändert. „Es spielt keine Rolle, wie sehr wir an einem bestimmten geliebten Platz im Leben festhalten – irgendwann müssen wir einen anderen einnehmen.“ Je mehr wir uns dadurch nicht aus der Fassung bringen lassen und authentisch unsere Werte vertreten, umso mehr gestalten wird dieses Netzwerk tragfähig.
Wir selbst sind die Baumeister.
Ob wir es glauben wollen oder nicht. Wir ziehen an, was wir aussenden.
„Euch geschehe nach euren Glauben.“ Matth.,9,29










