Tue Gutes, ohne dass andere es merken

Warum laufen wir nicht auf dem Wasser? Weil wir instinktiv wissen, dass wir untergehen würden. Das ist eine von vielen Informationen, mit denen wir geboren werden. Im Laufe des Lebens füllen wir unsere Köpfe mit unzähligen Regeln, Normen und Meinungen anderer, dass für unseren Instinkt letztlich kein Raum mehr übrig bleibt. Nicht selten leben wir dann ein Leben, das von uns erwartet wird. Für ein gelingendes, gutes Leben braucht es aber eine eigenständige Wahl des jeweilig gerade richtigen Weges. So geschieht Lernen. Es ist unser Leben. Wir sind dafür verantwortlich. Niemandem sonst können wir diese Verantwortung zuschieben. Es ist immer der richtige Zeitpunkt, unser wirkliches Selbst wiederzuentdecken. Es ist nur schwerer, je länger wir brauchen, um damit anzufangen.

Warum ermutigen wir uns nicht gegenseitig, die beste Version von uns selbst zu werden und zu sein?

Inspiration: Ein Strand für meine Träume, Segio Bambaren

Welchen Beitrag leiste ich…

Wenn ich etwas in meinem Umfeld sehe, das mir nicht gefällt, habe ich zwei Möglichkeiten, wie ich handeln kann. Ich rege mich auf, rede über mein Ärgernis und warte darauf, das jemand anderer etwas tut oder die Zeit vergeht und die Gewohnheit einsetzt. Oder: Ich reflektiere, was in einer Situation fehlt, was veränderbar ist, damit ich damit in Resonanz und konform gehe. Dann kann ich alles tun, was in meiner Macht steht, und meinen Beitrag leisten, um das in die Welt zu bringen, was ich gerne sehen und fühlen möchte.

Was kann ein Segelturn mit unserem Leben zu tun haben?

Wähle dein Boot weise und zweckgebunden. Sorge für reichlich Ausstattung und Proviant. Finde einen erfahrenen Skipper als Lehrmeister. Einen, der in absolut jeder Situation die Ruhe und die Übersicht behält. Einen, der die Meinungen der anderen miteinbezieht und dennoch bei seinen Entscheidungen dem Herzen folgt und dem eigenen Instinkt vertraut. Hör gut zu. Beobachte alles ganz genau. Lerne selbst. Lass andere mitlernen. Du weißt nie, wann du das Ruder übernehmen oder übergeben musst. Umwege gibt es nicht. Alles ist Weg. Jeder Mensch an Bord ist wichtig für deine Reise. Niemand ist ohne Grund dabei. So mancher nur für ein paar Seemeilen. Halte niemanden auf, der das Schiff verlassen möchte. Mancher steigt zwar aus, kommt aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder an Bord. Halte immer Ordnung. Mach Bestandsaufnahmen. Du kannst einem Unwetter stur trotzen oder rechtzeitig einen sicheren Hafen aufsuchen. Was immer auch kommt. Die Sonne scheint wieder.

Hinter dem Fenster

„Was macht es für einen Unterschied, ob ich in einem Eil- oder Bummelzug sitze, wenn ich die Landschaft jenseits der Fenster nicht wahrnehme?“ David Steindl-Rast

Egal wie langsam oder schnell wir gerade unterwegs sind, es liegt immer an uns selbst, was wir wahrnehmen (wollen).

Dabei meine ich nicht nur Landschaften, sondern auch Geschichten und Meinungen über Themen und Menschen, die uns jemand aufdrücken will. Es gibt immer etwas außerhalb des Fensters. Und nach dem Fenster kommt noch ein Fenster.

Vom Auffangnetzbauen

Warum ich Entspannung und Meditation ich in alle meine beruflichen Tätigkeiten und Arbeitsbereiche einfließen lasse:

Je mehr Situationen in unserem Leben eskalieren und uns Angst begleitet, desto weniger Platz gibt es für Beziehung. Konflikte unterwandern und vergiften Beziehungen. Beziehungen sind aber das Netz, das uns auffängt, wenn nichts mehr zu halten scheint. Wir sind soziale Wesen. Wenn wir Meditation üben, lernen wir, näher bei uns selbst anzukommen. Bei dem, was wir wirklich sind und uns ausmacht. Wir gelangen zu einem Raum, in dem alles in Ordnung ist und wir uns geborgen fühlen. Trotz allem Tumult im echten Leben, können wir ganz bewusst aus der Zeit fallen. So lösen wir innere Konflikte und Kindheitstraumen auf, indem wir sie annehmen und akzeptieren. Erst wenn wir selbst nicht mehr mit uns streiten, können wir im Außen deeskalierend agieren. Wie innen so außen.

Ich habe lange gebraucht, all das zu verstehen. Und ich lerne jeden Tag.

Wenn sich jemand mir gegenüber unfair verhält und nicht ehrlich ist, gehe ich (meistens) nicht in die Kränkung und schon gar nicht in die Wut. Sollte das nämlich doch noch so sein, darf ich Wunden in mir heilen. Kann ich also bewusst in Ruhe bleiben, bleibe ich mit dem Menschen in Beziehung. Ich weiß, sein Verhalten hat nichts mit mir zu tun. Ich bin nur der Spiegel. Je näher ich mir selbst bin und weiß, dass ich vor nichts und niemandem Angst haben muss, umso mehr folge ich meiner Vision: Fokus auf das Verbindende und die Balance im Leben.

Keine leichte Aufgabe in einer Welt voller Krankheit, Trennung, Täuschung, Neid, Konflikten und Kriegen. Aber eine NOT-wendige.

Was eine Klettertour mit dem Leben zu tun hat

Was hat eine Klettertour mit dem Leben zu tun? Ohne Willen geht gar nichts. Muskel- und Konditionsaufbau sollten schon lange vorher stattgefunden haben. Im Vorfeld ist es wichtig, die Route gut zu planen. Wenn man das selbst nicht kann, ist es ratsam, einen erfahrenen Bergsteiger zu fragen. Eine gute Ausrüstung ist die halbe Miete. Und Spaß und Freude. Klettern muss man dann letztlich doch ganz allein. Mit den richtigen Gefährten geht vieles leicht(er). Wenn der nächste Schritt im ersten Augenblick schwer bis unmöglich scheint, ist es ratsam, tief zu atmen und zur Ruhe zu kommen. Fokus auf den nächsten Meter. Es geht immer weiter. Ohne Loslassen kommt man in der Felswand nicht vorwärts. Manchmal ist es echt zach. Ständig zurückschauen, bringt wenig für das Vorwärtskommen…

Niemand weiß, wie reich du bist

Wir sollten uns gegenseitig immer daran erinnern, wie wertvoll unser Leben ist. Und an die jedem Menschen innewohnende innere Stärke, die uns Herausforderungen bestehen, lernen und wachsen lässt. Was immer auch kommt.

Keiner blickt dir hinter das Gesicht

Gedicht von Erich Kästner

Niemand weiß, wie reich du bist.

Freilich mein ich keine Wertpapiere,

keine Villen, Autos und Klaviere

und was sonst sehr teuer ist,

wenn ich hier von Reichtum referiere.

Nicht den Reichtum, den man sieht

und versteuert, will ich jetzt empfehlen.

Es gibt Werte, die kann keiner zählen,

selbst wenn er die Wurzel zieht.

Und kein Dieb kann diesen Reichtum stehlen.

Die Geduld ist so ein Schatz,

oder der Humor und auch die Güte

und das ganze übrige Gemüte.

Denn im Herzen ist viel Platz,

und es ist wie eine Wundertüte.

Arm ist nur, wer ganz vergißt,

welchen Reichtum das Gefühl verspricht.

Keiner blickt dir hinter das Gesicht.

Keiner weiß, wie reich du bist…

…und du weißt es manchmal selber nicht.

Sicher gebunden

Im Grunde ist es meine Haltung, dass wir Kinder nicht erziehen können. Wo sollten wir sie denn auch hinziehen? Aber so lautet eben der allseits bekannte Begriff. Es gibt viele Beispiele von Menschen, die durch autoritäre oder Laissez-faire Erziehung in ihrer Entwicklung eher gehemmt als gefördert wurden. „Vorleben“ finde ich passender als „Erziehung“. Wir können Kindern Haltungen und Werte vorleben und diese durch eine unbedingte wertschätzende Beziehung vermitteln. Dabei muss keine Blutsverwandtschaft gegeben sein. Es reicht oft ein einziger Mensch im Leben eines Kindes aus, an den es sicher gebunden ist.

Im besten Fall sind „Eltern“ sicherer Hafen und Anker.

Die Gewissheit des Hafens tragen sicher gebundene Kinder wie eine Kompassnadel in sich. Er ist ein Stück Zuhause, überdauert alle Krisen und bietet Zuflucht und (innere) Sicherheit. Wie ein Leuchtfeuer kommt die Erinnerung aus dem Hafen. Er ist immer da. Ihn ihm ist immer Platz für Heimkehrer. „Ich bin hier und ich bleibe da. Ich bleibe auch da, wenn es unangenehm wird und du mich vielleicht wegschicken willst oder wenn Gefahren und Probleme drohen.“

Ein verlässlicher Anker vermittelt auf stürmischer See eine innere Gewissheit, ein Urvertrauen. Damit „Eltern“ diese Ankerfunktion übernehmen können, müssen sie selbst gut verankert und von ihrer Selbstwirksamkeit überzeugt sein. „Eltern“, die gut verankert sein wollen, suchen sich auch noch anderweitig Unterstützung. Wir sind nicht allein.

„Grundlage für eine gelingende Erziehung sind souveräne und starke Eltern…Um ein guter Anker zu sein, sind klare Strukturen, Präsenz und wachsame Sorge, ausreichend Unterstützung in der Erziehung sowie die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und Deeskalation von großer Bedeutung.“

Heute weiß ich, dass ich immer ein sicher gebundenes Kind war. Trotz vieler Stürme. Ich bin meinen „Eltern“ in Form meiner Mutter unendlich dankbar. Souveräne starke „Eltern“ fallen nicht einfach so vom Himmel. Wir haben die Möglichkeit, unsere Emotionen und Impulse gerade in schwierigen Situationen im Zaum zu halten. All die Fähigkeiten, die wir brauchen, um Hafen und Anker zu sein, können wir erlernen und einüben. Eigene Kinder sind wohl die größten Lehrmeister, die uns je in unserem Leben begegnen. Wenn wir die Herausforderungen annehmen.

Es ist nie zu spät, ein sicher gebundenes Kind zu sein und sicher gebundene Kinder zu haben.

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Vom zweifelnden zum bewussten Geist

Die meisten Menschen plagt ein unsteter Geist. In meinen Meditationen und Entspannungsübungen wiederhole ich stets den Satz: „Wenn deine Gedanken davontraben, hol sie immer wieder zurück. Hierher. In diesen Raum. In diese Zeit. Halte Fokus in deinem Geist.“ Wir müssen uns von uns selbst nicht alles gefallen lassen. Wir können zu jeder Zeit unser Denken ändern, wenn wir das wirklich wollen.

<<Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen.>> (Jakob Kap. 1, Vers 8)

„Die Macht unserer Aufmerksamkeit ist das Maß für unsere innere Kraft. Die konzentrierte Beobachtung einer Sache blendet alles Übrige aus und lässt alles Übrige verschwinden. Die Kunst besteht darin, die eigene Aufmerksamkeit auf die innere Gewissheit des bereits eingetroffenen Endzustands zu lenken, ohne davon abzuschweifen. Jeder Fortschritt hängt von der Zunahme unserer Aufmerksamkeit ab…Ein Gedanke, der alle übrigen Gedanken und inneren Bilder ausblendet, mündet in einer Handlung.“

<<Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.>> (Philippa Kap. 3, Vers 13)

Was willst du sehen in deiner Welt?

Die Macht des Bewusstseins – Neville Goddard

Empathie durch Erfahrung

Rücksichtnahme und ehrliche Wertschätzung haben viel mit Empathiefähigkeit zu tun. In andere können wir uns jedoch nur wirklich hineinversetzen, wenn wir zu unseren eigenen Emotionen einen bewussten Zugang haben. In unseren Schulen sollte daher noch mehr Raum für die Kinder und Jugendlichen geschaffen werden, um Erfahrungen zu sammeln. Denn: Charaktereigenschaften haben wir. Persönlichkeiten werden wir.

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