Niemand weiß, wie reich du bist

Wir sollten uns gegenseitig immer daran erinnern, wie wertvoll unser Leben ist. Und an die jedem Menschen innewohnende innere Stärke, die uns Herausforderungen bestehen, lernen und wachsen lässt. Was immer auch kommt.

Keiner blickt dir hinter das Gesicht

Gedicht von Erich Kästner

Niemand weiß, wie reich du bist.

Freilich mein ich keine Wertpapiere,

keine Villen, Autos und Klaviere

und was sonst sehr teuer ist,

wenn ich hier von Reichtum referiere.

Nicht den Reichtum, den man sieht

und versteuert, will ich jetzt empfehlen.

Es gibt Werte, die kann keiner zählen,

selbst wenn er die Wurzel zieht.

Und kein Dieb kann diesen Reichtum stehlen.

Die Geduld ist so ein Schatz,

oder der Humor und auch die Güte

und das ganze übrige Gemüte.

Denn im Herzen ist viel Platz,

und es ist wie eine Wundertüte.

Arm ist nur, wer ganz vergißt,

welchen Reichtum das Gefühl verspricht.

Keiner blickt dir hinter das Gesicht.

Keiner weiß, wie reich du bist…

…und du weißt es manchmal selber nicht.

Sicher gebunden

Im Grunde ist es meine Haltung, dass wir Kinder nicht erziehen können. Wo sollten wir sie denn auch hinziehen? Aber so lautet eben der allseits bekannte Begriff. Es gibt viele Beispiele von Menschen, die durch autoritäre oder Laissez-faire Erziehung in ihrer Entwicklung eher gehemmt als gefördert wurden. „Vorleben“ finde ich passender als „Erziehung“. Wir können Kindern Haltungen und Werte vorleben und diese durch eine unbedingte wertschätzende Beziehung vermitteln. Dabei muss keine Blutsverwandtschaft gegeben sein. Es reicht oft ein einziger Mensch im Leben eines Kindes aus, an den es sicher gebunden ist.

Im besten Fall sind „Eltern“ sicherer Hafen und Anker.

Die Gewissheit des Hafens tragen sicher gebundene Kinder wie eine Kompassnadel in sich. Er ist ein Stück Zuhause, überdauert alle Krisen und bietet Zuflucht und (innere) Sicherheit. Wie ein Leuchtfeuer kommt die Erinnerung aus dem Hafen. Er ist immer da. Ihn ihm ist immer Platz für Heimkehrer. „Ich bin hier und ich bleibe da. Ich bleibe auch da, wenn es unangenehm wird und du mich vielleicht wegschicken willst oder wenn Gefahren und Probleme drohen.“

Ein verlässlicher Anker vermittelt auf stürmischer See eine innere Gewissheit, ein Urvertrauen. Damit „Eltern“ diese Ankerfunktion übernehmen können, müssen sie selbst gut verankert und von ihrer Selbstwirksamkeit überzeugt sein. „Eltern“, die gut verankert sein wollen, suchen sich auch noch anderweitig Unterstützung. Wir sind nicht allein.

„Grundlage für eine gelingende Erziehung sind souveräne und starke Eltern…Um ein guter Anker zu sein, sind klare Strukturen, Präsenz und wachsame Sorge, ausreichend Unterstützung in der Erziehung sowie die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und Deeskalation von großer Bedeutung.“

Heute weiß ich, dass ich immer ein sicher gebundenes Kind war. Trotz vieler Stürme. Ich bin meinen „Eltern“ in Form meiner Mutter unendlich dankbar. Souveräne starke „Eltern“ fallen nicht einfach so vom Himmel. Wir haben die Möglichkeit, unsere Emotionen und Impulse gerade in schwierigen Situationen im Zaum zu halten. All die Fähigkeiten, die wir brauchen, um Hafen und Anker zu sein, können wir erlernen und einüben. Eigene Kinder sind wohl die größten Lehrmeister, die uns je in unserem Leben begegnen. Wenn wir die Herausforderungen annehmen.

Es ist nie zu spät, ein sicher gebundenes Kind zu sein und sicher gebundene Kinder zu haben.

#neueautorität#dasgeheimnisstarkereltern#haimomerphilipstreit

Vom zweifelnden zum bewussten Geist

Die meisten Menschen plagt ein unsteter Geist. In meinen Meditationen und Entspannungsübungen wiederhole ich stets den Satz: „Wenn deine Gedanken davontraben, hol sie immer wieder zurück. Hierher. In diesen Raum. In diese Zeit. Halte Fokus in deinem Geist.“ Wir müssen uns von uns selbst nicht alles gefallen lassen. Wir können zu jeder Zeit unser Denken ändern, wenn wir das wirklich wollen.

<<Ein Zweifler ist unbeständig auf allen seinen Wegen.>> (Jakob Kap. 1, Vers 8)

„Die Macht unserer Aufmerksamkeit ist das Maß für unsere innere Kraft. Die konzentrierte Beobachtung einer Sache blendet alles Übrige aus und lässt alles Übrige verschwinden. Die Kunst besteht darin, die eigene Aufmerksamkeit auf die innere Gewissheit des bereits eingetroffenen Endzustands zu lenken, ohne davon abzuschweifen. Jeder Fortschritt hängt von der Zunahme unserer Aufmerksamkeit ab…Ein Gedanke, der alle übrigen Gedanken und inneren Bilder ausblendet, mündet in einer Handlung.“

<<Ich vergesse, was hinter mir liegt und strecke mich nach dem aus, was vor mir ist.>> (Philippa Kap. 3, Vers 13)

Was willst du sehen in deiner Welt?

Die Macht des Bewusstseins – Neville Goddard

Empathie durch Erfahrung

Rücksichtnahme und ehrliche Wertschätzung haben viel mit Empathiefähigkeit zu tun. In andere können wir uns jedoch nur wirklich hineinversetzen, wenn wir zu unseren eigenen Emotionen einen bewussten Zugang haben. In unseren Schulen sollte daher noch mehr Raum für die Kinder und Jugendlichen geschaffen werden, um Erfahrungen zu sammeln. Denn: Charaktereigenschaften haben wir. Persönlichkeiten werden wir.

#bildungdruchselbsterfahrung #bildungdurchneugier #herzensbildung #miteinander

Heilung für uns. Heilung für die Welt.

Wieso ist im Leben neben der täglichen Bewegung und gut ausgewählten LEBENSmitteln auch die Entspannung für den Balanceakt zwischen Gesundheit und Krankheit so wichtig?

Wir alle habe unsere großen und kleinen Traumen in unseren Körpern verankert. Meist sogar in chemischer Form in dem Organ abgespeichert, wo sie passiert sind. Unsere Gedanken zu ordnen, ist unerlässlich, wenn wir uns aus alten fesselnden Netzen befreien wollen, mit oder ohne Unterstützung. Und dennoch gibt es so keine nachhaltige Erlösung, wenn wir nicht den Weg in unser Herz gehen. In Herzen gibt es ein ganz eigenes Nervenzellnetzwerk, das unabhängig vom Gehirn den Ton angibt. Dabei nimmt das Herz auch noch um ein Vielfaches sensibler unsere Außen- und Innenwelt wahr als unser Hirn. Wenn wir diesen Weg antreten, sollten wir allerdings auch sicher sein, dass wir für diese Wahrheiten bereit sind. Das Herz irrt nicht. Heutzutage ist das sehr gut wissenschaftsbasiert messbar.

Wieso also entspannen? Weil wir dadurch unsere Selbstheilungskräfte mobilisieren können. Weil wir die eigene Schwingungsfrequenz verändern und unsere rund 50 Billionen Zellen sich gesund aufeinander abstimmen. Mit jeder Wiederholung besser. So erzeugen wir auch ein Heilungsfeld um uns herum. Wir helfen nie nur uns selbst. Wir helfen durch unsere Art zu leben der gesamten Welt, Stück für Stück heiler zu werden.

Was zieht sich durch ein Leben?

Was ist es, das sich konstant durch ein Leben zieht, wenn wir zurückschauen?

Charaktereigenschaften und Gefühlszustände.

Über so manchen Menschen würden wir sagen: „Das war ein dankbarer und zufriedener Mensch.“ Über einen anderen: „Das war ein sehr aufbrausender dominanter Mensch, dem niemand etwas gut genug machen konnte.“ Über wieder einen anderen vielleicht: „Das war ein negativer Mensch in der Opferhaltung, der es nicht geschafft hat, sich aus destruktiven Strukturen zu lösen.“ Gefühlszustände sind immer gleich. Im Körper laufen jeweils immer dieselben Prozesse ab.

Was sich im Leben ändern kann und darf, sind die Gründe für unsere Gefühle.

Je bewusster wir werden, umso bewusster dürfen wir entscheiden, worüber wir uns ärgern oder freuen, worauf wir wütend oder euphorisch reagieren, was uns zum Lachen bringt oder zum Weinen. Besonders wichtig erscheint es mir, dass wir unsere Ängste analysieren und sie transformieren. Angeboren sind lediglich die Angst vor dem Fallen (großer Höhe) und vor großem Lärm.

Alle anderen sind anerzogen und gelernt.

Für alle Ängste gilt: sie lähmen und halten zurück.

ANGST kann auch übersetzt werden:

die Annahme Negative Gefühle Seien Tatsachen

Letztlich entscheiden wir, ob unsere Gefühle die Regie im Leben führen oder wir selbst das (immer mehr) tun.

Wo ist dein Geist?

Wo dein Geist ist, dahin wird dein Körper folgen.

Den eigenen Geist zu schulen, ist wohl die schwierigste aller Lebensaufgaben. Doch es zahlt sich aus. Dann kommen wir immer mehr zu unseren Wurzeln. Von da können wir aufblühen, in dem Maße, in dem wir wissen, was unsere ganz eigene Seelenaufgabe ist. Selbst dann, wenn uns Hindernisse in den Weg gelegt werden.

„Wenn man dir in der einen Stube schmeichelt, so höre, was man in der nächsten über dich sagt: Das wird deinen Übermut dämpfen. Es ist gut, dass übermäßiges Lob auf der einen Seite oft durch übermäßigen Tadel auf der anderen Seite aufgewogen wird, denn Lob verweichlicht uns. Da wir nun sicher manchmal gescholten und verlästert werden, ist es viel besser, wir haben eine dicke Haut. Das Lob macht unsere Haut empfindlich; es beraubt uns des Panzers, den wir um unsere Seele legen sollten.“ C.H. Spurgeon-Auf dein Wort

Wofür bin ich dankbar?

Wir können unsere Terminkalender auch so betrachten:

„Aha. Das und das schenkt mir das Leben heute. Und das und das verlangt es von mir.“

Das Leben ist unser Gegenüber.

Wenn wir uns fragen, ob wir das Leben haben oder ob das Leben uns hat, dann hat das Leben entschieden uns. Und trotzdem können auch wir uns dem Leben gegenüberstellen. Wir sind das Leben. Das Leben lebt uns. Wir sind im Dialog mit dem Leben.

Wir müssen immer hinhorchen. Wir können auch unseren ganz eigenen Weg gehen, einfach taub und schlafwandlerisch. Das ist auch möglich, wenn auch mitunter sehr leidvoll.

Das gesunde Menschenleben ist, dass wir hinhorchen: „Was will das Leben jetzt von mir?“ und dies dann tun. Aber immer auch zugleich: „Was schenkt mir jetzt das Leben?“

Das Leben schenkt uns in jedem Augenblick so viel mehr, als wir erwarten oder erwarten dürften.

Inspiration: Bruder David Steindl-Rast

Fragen ziehen Furchen…

Ich wünsche dir, dass du ein Segen für diese Welt bist. Dass du andere durch dein Sein und Wirken aufmunterst und ermutigst. Dass du durch deine Fragen „Furchen in die Seelen der Menschen ziehst“ (Anselm Grün), in die diese selbst Samen legen und erblühen können. Warum wünsche ich dir das? Weil alles, was wir aussenden zu uns zurückkommt. Früher oder später-doch immer mit Gewissheit. Wenn wir Liebe wollen, dann müssen wir zuerst lieben. Wenn wir Vergebung wünschen, dann müssen wir zuerst vergeben. Wenn wir in dieser Welt mehr Freude, Glück und Heil sehen wollen, dann müssen wir jeden Tag die Samen dafür säen. Bei jeder -auch noch so kleinen- Gelegenheit.

Zur Ruhe kommen

Zur Ruhe zu kommen und still zu werden bedeutet auch, eine innere Leere herzustellen und auszuhalten. Wir fürchten uns oft davor und tun stattdessen dies, machen das… Gelegenheiten zur Ablenkung gibt es genug in unserer schnelllebigen Zeit. Wenn wir versuchen, innerlich leer zu werden, müssen wir uns zuerst unseren Gedanken und damit den eigenen Wahrheiten stellen. Das bedeutet mitunter anstrengende Arbeit und nicht so schöne Erkenntnisse, die wir in aller Demut anerkennen können: „Das bin ich auch! Dieser oberflächliche Mensch, der nicht immer nur fromm ist, sondern auch ganz andere Seiten hat.“ „Demut kommt eigentlich von Humus, von der Erdhaftigkeit meines Lebens…Jesus hat dafür das Gleichnis vom Schatz im Acker gebraucht. Der Schatz ist das Bild von meinem wahren Selbst, meiner innersten Mitte. Die finde ich nur, wenn ich hineingrabe in den Dreck des Ackers…durch meine chaotischen Gefühle hindurch bis in den Grund der Seele.“

Erst wenn wir annehmen, was wirklich ist, können wir unsere Gedanken und damit unser Leben verwandeln.

Anselm Grün – Zur Ruhe kommen