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Über die Ruhe

Viele Menschen haben großen Respekt, zur Ruhe zu kommen. Dabei könnten ja Fragen aufkommen, die noch nie im Bewusstsein waren: Liebe ich mein Leben? Tue ich das, worin ich Sinn sehe, zumindest den überwiegenden Teil der Zeit? Achte ich auf Beziehungen, in denen ich und andere lernen und persönlich wachsen können? Bin ich ein aufrichtiger, authentischer Mensch? Trage ich bei zu anderer Menschen Glück und Freude? …

Nun denn. So sei es. Wie immer geht es um Übung. Mit der Zeit bringt die Ruhe unendlich viele konstruktive Antworten. Wenn wir diese immer mehr in unsere Leben bringen, dann zahlt sich all unser Tun aus. Die Energie, die wir aussenden, kommt -oft erst spät und über Umwegen- mit Sicherheit zu uns zurück.

Ich bin okay und du bist es auch

Wenn wir miteinander reden, gibt es eine Sachebene und eine Beziehungsebene. Über die eine wird ein Inhalt transportiert, die andere spiegelt unsere Haltung wider. Letztere rührt aus unserer Kindheit und ist uns leider oft nicht bewusst. Psychische Verletzungen und Kränkungen passieren an allen Ecken und Enden. Sehr, sehr vielen Menschen ist das überhaupt nicht klar. So kommt es in zwischenmenschlichen Beziehungen sehr häufig zu unbeabsichtigten Missverständnissen. Wann sprechen wir zu jemandem aus einem Überlegenheitsgefühl heraus?Wann und bei wem kommt ein Minderwertigkeitskomplex in uns auf?

Um hier umzudenken, braucht es zuallererst einen Abstand zur Situation. Und dann ein bewusst(er)es Agieren.

Viktor Frankl beschreibt das gut in seinem Zitat: „Zwischen Reiz und Reaktion liegt ein Raum. In diesem Raum liegt unsere Macht zur Wahl unserer Reaktion. In unserer Reaktion liegen unsere Entwicklung und unsere Freiheit.“ Zur Thematik habe ich heute einen wertvollen Beitrag gehört. Nur falls es dich interessiert: „Ich bin ok, du bist ok“ – Die Zauberformel für gute Kommunikation https://youtu.be/eMh7a_SBrrk?si=MHgFraXSKGHiyGol

Ein gutes Leben ist gebaut aus guten Beziehungen

„Unsere Kinder werden so, wie wir sie sehen.“ André Stern

Es gibt einen Unterschied, zwischen dem, was ein Mensch ist und dem, wie er sich verhält. Auf den ersten Blick ist das gar nicht so einfach zu verstehen. Weil wir die meiste Zeit unbewusst und unreflektiert alles in einen Topf schmeißen. Ist ja auch bequem.

Du bist nicht ok, weil du nicht ruhig bist. Du bist nicht ok, weil du keinen Schulabschluss hast. Du bist nicht ok, weil du den Betrieb nicht übernimmt. Du bist nicht ok, weil du mich nicht mehr lieben kannst. Du bist nicht ok, weil du zu leise bist. Du bist nicht ok, weil du zu lustig bist. Du bist nicht ok, weil du gerade keinen Antrieb hast. Du bist nicht ok, weil du Drogen trinkst/nimmst. Du bist nicht ok, …

André Stern sagt etwas dazu, um den Zusammenhang besser zu verstehen.

Wenn jemand in uns sieht, wer wir wirklich sind und uns dort begegnet, entsteht eine tiefe liebe- und vertrauensvolle Verbindung. Wir sind dann geborgen in einer Welt, in der wir (wieder) Vertrauen und Halt finden, bis wir selbst (wieder) wissen, wer wir wirklich sind und wofür wir hier sind. Wissen wir das, dann lernen wir mit Leichtigkeit und ändern unser Verhalten hin zu (noch) mehr Wertschätzung für einander und für die Welt.

Trauer ist immer Trauer

Das Gefühl von Trauer ist immer dasselbe. Trauer ist immer Trauer. Worüber wir entscheiden können, sind die Gründe für unsere Trauer. Und wenn es uns dann doch so richtig erwischt hat, wir loslassen müssen und der Schmerz jede einzelne Zelle unseres Körpers fest im Griff zu haben scheint, dann haben wir dennoch immer eine Wahl. Wir können unsere Gedanken lenken und fokussieren lernen. Im echten Leben, direkt in der uns überwältigenden Situation macht es sich bezahlt, dass wir das davor in Friedenszeiten gut geübt haben. So bleiben wir nicht in unseren Emotionen wie in einer Endlosschleife gefangen. Unsere Gedanken erzeugen unsere Gefühle, unsere Gefühlswelt bestimmt unser Denken. Bleiben wir in Trauer hängen, werden wir krank. Also bin ich traurig über den Verlust und zugleich entscheide ich mich, überglücklich über den Gewinn zu sein.

„Für gewöhnlich sieht der Mensch nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit; was er übersieht, sind die vollen Scheunen der Vergangenheit. Im Vergangensein ist nämlich nichts unwiederbringlich verloren, vielmehr alles unverlierbar geborgen.“ Viktor Frankl

Tue Gutes, ohne dass andere es merken

Warum laufen wir nicht auf dem Wasser? Weil wir instinktiv wissen, dass wir untergehen würden. Das ist eine von vielen Informationen, mit denen wir geboren werden. Im Laufe des Lebens füllen wir unsere Köpfe mit unzähligen Regeln, Normen und Meinungen anderer, dass für unseren Instinkt letztlich kein Raum mehr übrig bleibt. Nicht selten leben wir dann ein Leben, das von uns erwartet wird. Für ein gelingendes, gutes Leben braucht es aber eine eigenständige Wahl des jeweilig gerade richtigen Weges. So geschieht Lernen. Es ist unser Leben. Wir sind dafür verantwortlich. Niemandem sonst können wir diese Verantwortung zuschieben. Es ist immer der richtige Zeitpunkt, unser wirkliches Selbst wiederzuentdecken. Es ist nur schwerer, je länger wir brauchen, um damit anzufangen.

Warum ermutigen wir uns nicht gegenseitig, die beste Version von uns selbst zu werden und zu sein?

Inspiration: Ein Strand für meine Träume, Segio Bambaren

Welchen Beitrag leiste ich…

Wenn ich etwas in meinem Umfeld sehe, das mir nicht gefällt, habe ich zwei Möglichkeiten, wie ich handeln kann. Ich rege mich auf, rede über mein Ärgernis und warte darauf, das jemand anderer etwas tut oder die Zeit vergeht und die Gewohnheit einsetzt. Oder: Ich reflektiere, was in einer Situation fehlt, was veränderbar ist, damit ich damit in Resonanz und konform gehe. Dann kann ich alles tun, was in meiner Macht steht, und meinen Beitrag leisten, um das in die Welt zu bringen, was ich gerne sehen und fühlen möchte.

Was kann ein Segelturn mit unserem Leben zu tun haben?

Wähle dein Boot weise und zweckgebunden. Sorge für reichlich Ausstattung und Proviant. Finde einen erfahrenen Skipper als Lehrmeister. Einen, der in absolut jeder Situation die Ruhe und die Übersicht behält. Einen, der die Meinungen der anderen miteinbezieht und dennoch bei seinen Entscheidungen dem Herzen folgt und dem eigenen Instinkt vertraut. Hör gut zu. Beobachte alles ganz genau. Lerne selbst. Lass andere mitlernen. Du weißt nie, wann du das Ruder übernehmen oder übergeben musst. Umwege gibt es nicht. Alles ist Weg. Jeder Mensch an Bord ist wichtig für deine Reise. Niemand ist ohne Grund dabei. So mancher nur für ein paar Seemeilen. Halte niemanden auf, der das Schiff verlassen möchte. Mancher steigt zwar aus, kommt aber zu einem späteren Zeitpunkt wieder an Bord. Halte immer Ordnung. Mach Bestandsaufnahmen. Du kannst einem Unwetter stur trotzen oder rechtzeitig einen sicheren Hafen aufsuchen. Was immer auch kommt. Die Sonne scheint wieder.

Hinter dem Fenster

„Was macht es für einen Unterschied, ob ich in einem Eil- oder Bummelzug sitze, wenn ich die Landschaft jenseits der Fenster nicht wahrnehme?“ David Steindl-Rast

Egal wie langsam oder schnell wir gerade unterwegs sind, es liegt immer an uns selbst, was wir wahrnehmen (wollen).

Dabei meine ich nicht nur Landschaften, sondern auch Geschichten und Meinungen über Themen und Menschen, die uns jemand aufdrücken will. Es gibt immer etwas außerhalb des Fensters. Und nach dem Fenster kommt noch ein Fenster.

Vom Auffangnetzbauen

Warum ich Entspannung und Meditation ich in alle meine beruflichen Tätigkeiten und Arbeitsbereiche einfließen lasse:

Je mehr Situationen in unserem Leben eskalieren und uns Angst begleitet, desto weniger Platz gibt es für Beziehung. Konflikte unterwandern und vergiften Beziehungen. Beziehungen sind aber das Netz, das uns auffängt, wenn nichts mehr zu halten scheint. Wir sind soziale Wesen. Wenn wir Meditation üben, lernen wir, näher bei uns selbst anzukommen. Bei dem, was wir wirklich sind und uns ausmacht. Wir gelangen zu einem Raum, in dem alles in Ordnung ist und wir uns geborgen fühlen. Trotz allem Tumult im echten Leben, können wir ganz bewusst aus der Zeit fallen. So lösen wir innere Konflikte und Kindheitstraumen auf, indem wir sie annehmen und akzeptieren. Erst wenn wir selbst nicht mehr mit uns streiten, können wir im Außen deeskalierend agieren. Wie innen so außen.

Ich habe lange gebraucht, all das zu verstehen. Und ich lerne jeden Tag.

Wenn sich jemand mir gegenüber unfair verhält und nicht ehrlich ist, gehe ich (meistens) nicht in die Kränkung und schon gar nicht in die Wut. Sollte das nämlich doch noch so sein, darf ich Wunden in mir heilen. Kann ich also bewusst in Ruhe bleiben, bleibe ich mit dem Menschen in Beziehung. Ich weiß, sein Verhalten hat nichts mit mir zu tun. Ich bin nur der Spiegel. Je näher ich mir selbst bin und weiß, dass ich vor nichts und niemandem Angst haben muss, umso mehr folge ich meiner Vision: Fokus auf das Verbindende und die Balance im Leben.

Keine leichte Aufgabe in einer Welt voller Krankheit, Trennung, Täuschung, Neid, Konflikten und Kriegen. Aber eine NOT-wendige.

Was eine Klettertour mit dem Leben zu tun hat

Was hat eine Klettertour mit dem Leben zu tun? Ohne Willen geht gar nichts. Muskel- und Konditionsaufbau sollten schon lange vorher stattgefunden haben. Im Vorfeld ist es wichtig, die Route gut zu planen. Wenn man das selbst nicht kann, ist es ratsam, einen erfahrenen Bergsteiger zu fragen. Eine gute Ausrüstung ist die halbe Miete. Und Spaß und Freude. Klettern muss man dann letztlich doch ganz allein. Mit den richtigen Gefährten geht vieles leicht(er). Wenn der nächste Schritt im ersten Augenblick schwer bis unmöglich scheint, ist es ratsam, tief zu atmen und zur Ruhe zu kommen. Fokus auf den nächsten Meter. Es geht immer weiter. Ohne Loslassen kommt man in der Felswand nicht vorwärts. Manchmal ist es echt zach. Ständig zurückschauen, bringt wenig für das Vorwärtskommen…