Zukunft in verschiedenen Häusern

Ich habe heute einen sehr ermutigenden Vortrag des Genetikers Markus Hengstschläger gehört. Aufgehängt waren seine Worte auf der Frage, ob die Zukunft vorhersehbar ist oder nicht. In Zeiten von Digitalen Medien und Logarithmen ist sie es (scheinbar) zum weitaus größten Teil. Wir sind auf eine gewisse Weise verwöhnt im Gegensatz zu den Menschen, die lange vor unserer Zeit gelebt haben. Und genau da liegt auch die Gefahr. Wenn Unvorhersehbares passiert, haben wir heute oft keine Lösungen, können vielleicht sogar nicht einmal mit der Situation umgehen. Doch statt an den Ursachen anzusetzen, werden immer mehr psychische Störungen diagnostiziert und Menschen dadurch nahezu „abgestempelt“. „Jeder Mensch ist genetisch verschieden. Also kann es gar niemanden geben, der anders ist.“ Wenn Erwachsene unserer Gesellschaft z.B. schnell ein Haus skizzieren sollen, entstehen zur großen Mehrheit sehr ähnliche Bilder. Ich traue mich zu behaupten, dass dieselben Menschen vor ihrer Schulzeit sehr unterschiedliche, ganz andere Häuser gezeichnet haben oder hätten. „Denn je näher die Häuser der Schüler am vorgegebenen Haus (des Lehrers) ist, umso besser sind ihre Noten.“ So ist dies schon lange Zeit, obwohl es vollkommen logisch ist, dass wir mit so einem vermeintlichen Wissen keine unvorhersehbaren Herausforderungen lösen können. Und von diesen Herausforderungen kommen in Zukunft immer mehr. Also ist es doch endlich an der Zeit, mit den Kindern in der Schule wirklich nachhaltig Lesen, Schreiben und Rechnen zu üben. Lehrpläne auszumisten und zu kürzen. Wir müssen die Stärken der Kinder stärken. Sie ihre eigenen Häuser zeichnen lassen, so wie sie eben sind. Sie ermutigen, an einer Sache dran zu bleiben und sich dafür mit ganzem Herzen einzusetzen. Sie ermutigen, zusammenzuarbeiten und vermeintlich „andere“ Menschen ihrer Talente und Werte wegen wertzuschätzen. Wir müssen uns öffnen und offen bleiben. Uns bewegen, um vielleicht auf dem Weg kreative sinnvolle Lösungen zu finden. Vor einiger Zeit hätte mich der Vortag frustriert, weil unser Schulsystem eben ist, wie es ist und ich ein Teil davon bin. Heute fühle ich mich ermutigt, weil ich weiß, dass jeder Einzelne in einem System Dinge ändern kann. Dass sich Lehrer in einer Schule gegenseitig ermutigen können. Dass sie begeistert bleiben und diese Begeisterung auch weitergeben können. Ich glaube nicht, dass die Zukunft vorhersehbar ist. Aber ich glaube, wir können immer an uns arbeiten. Wir können lernen, mit undenkbaren, unplanbaren, unfassbaren Situationen gut zurechtzukommen. Glaube an dich und hab Vertrauen ins Leben! Es gibt immer Lösungen. Aber eben in ganz unterschiedlichen Häusern.

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